SOS-Team
im Team des SOS zu sein ist mehr als nur den SOS vorzubereiten.
Es bedeutet:
- in der SOS-Gemeinschaft zu leben
- sich gegenseitig zu unterstützen und zu tragen
- sich auf Mitarbeiterrichtlinien festzulegen
- zu versuchen als Vorbild seinen Glauben zu leben
- gemeinsam viel zu erleben & Spass zu haben
- sich mit vollem Einsatz im Team einzubringen
- verbindlich mitzuarbeiten
Aber es heißt auch etwas zu erleben. Schaue doch selbst
Termine Übersicht für 2011
wir treffen uns 1x im Monat, immer Dienstags um 19.30 Uhr im evang. Gemeindehaus in Allmannsweier.
Willst du auch dabei sein und den SOS mitgestalten?
Dann melde dich doch einfach bei uns oder sprich uns auf dem nächsten SOS an.
Wir freuen uns
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aktuelle News aus dem SOS-Team:
Aktiv helfen: eine Knochenmarkspende kann Leben retten
Zwei Menschen sind in der Ortenau an Leukämie erkrankt. Ein Jugendlicher ist im CVJM aktiv und braucht unser Gebet. Dieses Thema lässt uns nicht los und wir merken, dass wir aktiv mit Gebet und konkreten Aktionen nicht tatenlos sein wollen. Daher haben wir uns entschlossen aktiv zu werden und unseren Beitrag zu leisten um beide Menschen zu unterstützen.
Das letzte Opfer des SOS (250€) ging an eine Aktion, die erreichen will, das sich möglichst viele Menschen in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen lassen. Letzten Sonntag haben sich in Dundenheim 1649 Menschen in die Datei eintragen lassen. Damit besteht für viele Leukämiekranke eine größere Chance einen passenden Spender zu finden. Wir als SOS-Team haben uns daran auch beteiligt. In der Badischen Zeitung findest du einen Artikel über die Spenden-Aktion:
Neuried: Ein kurzer Stich soll Leben retten – badische-zeitung.de
Wer auch etwas für die Aktion spenden möchte: hier sind die Kontodaten:
DKMS-Spendenkonto Verwendung: “Hilfe für Cecile” Volksbank Offenburg, BLZ 66 49 00 00 Konto 9 11 50 05Gebetsweg am 28. Juni

Am 28. Juni trafen sich Leute aus dem BIG MÄK, Freunde des Marienhofes, der RV Vorstand Ortenau, Mitarbeiter aus den Vereinen und Jugendliche aus Jugendkreisen auf dem Brandeck Lindle bei Offenburg zum Gebetsweg. Von dort ging es dann zu einem Turm mit herrlichem Ausblick über die ganze Ortenau.
Thema war: Wir beten für den Durchbruch!
An verschiedenen Stationen nahmen uns Esther Schübel und Matthias Zeller mit auf den Weg des Josua und zogen Parallelen zu den Projekten: Jugendkirchenprojekt, und den Vereinen in der Region.
Gemeinsam wurde gewandert, gesprochen, geschwiegen, gebetet, gesungen, ins Tal geschaut und am Schluss: Gevespert.
Vom Turm herab schmetterten wir: „Groß ist unser Gott“ über das Land und über die Menschen und beteten für den Durchbruch.
Ein schöner Abend mit tollem Ausblick und schöner Gemeinschaft.
Ein Abend der Ermutigung.
Warum bist du noch nicht verheiratet?
Warum bist du noch nicht verheiratet? Warum hast du noch keine Kinder? Gute Fragen. Diesen Fragen musste ich mich diese Woche im Englischkurs stellen.
Wir hatten sozusagen einen Neuzugang. Ihr gesprochenes Englisch ist ziemlich gut, sie kommt eigentlich nur, um das Schreiben richtig zu lernen. Sie hat mit 16 im Irak geheiratet, ist jetzt 23, hat 3 Kinder und wohnt seit 6 Jahren in England. Ziemlich schockierend für mich, aber auch klar warum sie sich frägt weshalb ich mit 20 noch nicht einmal verheiratet bin
. Sie weiß, dass Europäer das so machen, aber komisch findet sie es trotzdem
. Klar, wenn man es nicht anders kennt.
Die 6. Klässler haben jetzt ihre „Prüfungen“ geschafft, das heißt alles läuft jetzt ein bisschen lockerer für sie. Da malt man auch einfach mal somalische Flaggen für den Tag an dem sich der nördliche Teil von Somalia (Somaliland) für unabhängig erklärte und kommt dabei auch sehr gut mit den Kindern ins Gespräch. Viele von ihnen kommen eben genau aus dieser Region von Somalia. Außerdem können die meisten einem mehr oder weniger gut arabisch sprechen/schreiben beibringen. Wow, echt nicht einfach das Ganze. Sich erst einmal daran zu gewöhnen von rechts nach links zu schreiben, das kann einen dann im Englischen/Deutschen schon ziemlich verwirren?!?! Ich hab viel Respekt für die Kinder, die in Englisch und Arabisch fließende Sprecher und Schreiber sind
.
Am Freitag Abend sind wir dann wieder einmal richtig britisch geworden
. Denn wir haben sogenannte „Scones“ gebacken und anschließend mit Sahne und Marmelade verzehrt. Mmmh. Lecker
. Für manch einen der Jugendlichen hieß das auch zum ersten Mal in seinem Leben Scones zu essen. Dabei gab es natürlich viel zu erklären und auch zu lachen.
Morgen heißt es für mich erst einmal für zwei Wochen nach Deutschland und danach geht es hier in den Endspurt, denn dann sind es nur noch 2 Monate bis zum Ende meines Praktikums.
Bis dahin. Viele Grüße.
Julia
„Romance Academy“
Der Anfang dieser Woche war sozusagen eine Anknüpfung ans BISS. Denn am Montag Abend war ein Mitarbeitertreffen mit Mitarbeiter aus ganz Sheffield bei dem Rachel Gardner zu Gast war. Ihr habt wahrscheinlich noch nie etwas von ihr gehört, aber sie ist in England vor allem wegen einem Fernsehprogramm namens „Romance Academy“ bekannt.
Das Ganze entstand aus einer christlichen Jugendgruppe in London bei dem sich 5 bis 10 Mädchen mit Rachel als Mitarbeiterin dazu verpflichtet hatten 12 Wochen kein Sex zu haben. Und das haben sie dann eben mehr oder weniger in ein Fernsehprogramm verwandelt. An diesem Abend sprach sie über die Sexualisierung der heutigen Zeit und was für eine Auswirkung das auf Jugendliche hat. Ich sag euch eines diese Frau hat echt viel Erfahrungen mit Jugendlichen. Im Anschluss gab es auch eine Diskussion bei der wir feststellen konnten, dass viele Kirchen damit Probleme haben offen über Sex zu reden, es wird oft über kein Sex vor der Ehe gepredigt oder diskutiert, aber nie über Sex an für sich. Etwas, dass vor allem für Jugendliche schwierig ist, denn was man nicht weiß, denkt man sich aus oder probiert man aus. Also an alle: Macht Sex zum Thema, denn es ist doch sowieso allgegenwärtig in unserem Alltag!
Am Dienstag traf ich mich mit einer Mutter aus der Kirche, denn wir hatten ein Training für Eltern vorbereitet und sie hatte es ein paar Mal verpasst, also hieß es sozusagen nachholen. Das Ganze entwickelte sich zu einem sehr interessanten Vormittag, denn sie kommt aus der Ukraine und ihr Mann aus dem Jemen. Sie haben sich in Russland kennen gelernt und leben jetzt in England. Was da alles auf sich trifft: unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Relegionen. Relativ einfache Fragen an Eltern werden da schon ziemlich kompliziert. Die beiden Söhne im Grundschulalter feiern christliche und muslimische Feiertage und gehen auch in die Kirche und ab und zu zur Moschee. Zu Hause wird grundsätzlich russisch, arabisch oder englisch gesprochen, denn die Kinder beherrschen alle diese Sprachen (sehr beeindruckend!). Es kann dann aber auch sein, dass die Mutter nicht versteht was der Vater zu den Kindern auf arabisch sagt, weil ihres nicht so gut ist. Also ziemlich verwirrt alles. Außerdem konnte man da wieder einmal die arabische Gastfreundschaft kennenlernen, natürlich bekam ich von der Frau schon etwas zu trinken angeboten usw. ganz normal eben. Aber als der Mann von der Nachtschicht nach Hause kam, hat er mir einen „richtigen“ Tee gemacht (stärkster Tee den ich je in meinem Leben getrunken habe!!!) und ein Snadwich mit Marmelade hab ich auch bekommen. Abschlagen konnte ich das Ganze natürlich nicht
. Und obwohl die Frau nicht aus Deutschland sondern der Ukraine ist, gibt es doch viele Gemeinsamkeiten in den Erfahrungen, die wir hier in England machen; Brot gibt es kein gescheites
und die Menschen sind nicht sehr direkt, immer darauf bedacht höflich zu sein und man braucht sehr viel Zeit bis man den Leuten näher kommen darf.
Am Freitag Abend haben wir in der Jugendgruppe einen Lego-Wettstreit gehabt, wer kann den größten Turm bauen? Wer kann die längste Brücke bauen? Und vieles mehr. Für Lego ist man halt nie zu alt
.
Heute Mittag im Jugendkreis gings darum Jesus in alle Bereiche im Leben einzubeziehen. Und einige der Dinge die gesagt wurden, entfachten eine heiße Diskussion um das Thema Klamotten kaufen, wo sie her kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden, sollte uns das als Christen interessieren? Es war echt beeindruckend über was sich die Jugendlichen alles Gedanken machen.
Viele Grüße
Julia
Rund um Ostern
Sooo jetzt hört ihr auch endlich mal wieder etwas von mir. Nach ein paar Tagen in London und einer schönen Zeit in Sheffield stand auch Ostern schon vor der Tür. Die Feierlichkeiten in der Kirche fingen schon mit dem Gründonnerstag an. Es gab abends einen Gottesdienst der sozusagen dem Letzten Abendmahl nachempfunden war, d.h. in der Kirche wurden erst einmal alle Stühle verrückt und es wurde ein grosser Halbkreis aus Tischen gebildet. So haben wir dann zusammen Gottesdienst gefeiert und zwischendurch gab es immer mal wieder etwas zu essen. Ein Gottesdienst ganz nach meinem Geschmack
.
Am Karfreitag wurde man zum Lesen des Ganzen Johannes-Evangeliums eingeladen und im Anschluss haben wir mit den Jugendlichen ein kleinen reflektiven Gottesdienst gehabt, wo es auch ganz grundlegend darum ging warum wir eigentich Ostern überhaupt feiern. Und am Ostersonntag dann natürlich einen sehr fröhlichen Gottesdienst in dem die Kinder und Jugendlichen während dem Gebet nach draußen sind, um kleine Ostereier zu suchen. Außerdem gab es ein kleines Anspiel in dem die drei Heiligen Könige etwas verspätet immer noch nach dem Stern suchten und lieb und nett erklärt bekamen, dass wir schon die Auferstehung Jesu feiern und nicht erst die Geburt
.
Kurz danach hieß es für Hendrik und mich dann auf nach Deutschland – zum BISS. Darüber kann man hier ja schon einiges lesen. Deshalb nur kurz von mir: Hendrik und ich haben ein Seminar über die Kirche und mein Jahr hier gemacht. Echt interessant, das Ganze mal so zu reflektieren.
Als wir dann zurück kamen, ging es auch gleich sehr aufregend weiter. Denn nach einem Jahr ohne Pfarrer war letzten Mittwoch der Einführungsgottesdienst für den neuen Pfarrer Philipp Ireson. Und da durfte ich dann zum ersten Mal so einen richtig anglikanischen Gottesdienst erleben, so mit Bischof, Dekan und zehn anderen Pfarrern aus der Gegend. Es gab auch sehr viel zum Sagen. Philipp musste seinen Vertrag unterschreiben, der ihn an die anglikanische Kirche bindet und im wurden offiziell die Schlüssel zur Kirche überreicht. Im Anschluss musste er dann auch noch die Kirchenglocken von Hand läuten. Alles doch sehr traditionell anglikanisch
. Hier ein Bild, das zwar bearbeitet ist, aber man kriegt glaub ich so ne Idee wie das Ganze ausgesehen hat.

Letzten Donnerstag war mein 20. Geburtstag und dazu gabs am Freitag in der Jugendgruppe eine kleine Überraschungsparty mit Schokoladenkuchen und Wunderkerzen und allem drum und dran.
Also rundum ein paar sehr aufregende Wochen
Viele Grüße
Julia
Jahreshauptversammlung & Jugendkreis
Diese Woche habe ich sehr auf den heutigen Tag zugearbeitet, denn wir hatten zum Einen Jahreshauptversammlung der Kirche, für die es einige Dinge vorzubereiten gab und zum Anderen Jugendkreis, bei dem es rund um die Osterereignisse ging.
Die Jahreshauptversammlung lief so ab wie man es von jeder normalen Jahreshauptversammlung kennt. Da werden Leute als Kirchendiener wieder gewählt (haben jedoch sehr viel mehr Verantwortung zu tragen wie Kirchendiener in einer evangelischen Kirche, vor allem, wenn es gerade kein Pfarrer gibt, sind die beiden Kirchendiener mit dem Vorsitzenden des Kirchengemeinderats das Oberhaupt der Kirche) oder zum Kirchengemeinderat usw. Außerdem werden über die unterschiedlichen Aktivitäten berichtet, sehr beeindruckend was da so alles zusammen kommt
.
Am Freitag war ich außerdem bei einer Familie zum Mittagessen eingeladen, sehr britisch ausnahmsweise
. Anschließend gab es noch einen schönen „kurzen“ Spaziergang um eines der Reservoirs im Peak District herum und natürlich hinterher eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen. Als ich zu Hause war, musste ich mich schon sehr beeilen um rechtzeitig zum Jugendtreff zu kommen. Vor allem weil Hendrik nicht da ist (besucht seine Familie in Simbabwe) und ich sozusagen für alles verantwortlich war
.
Wir hatten eine Schatzsuche durch die Kirche und das Gemeindehaus geplant und sogar die Jungs waren schon sehr aufgeregt und konnten es kaum erwarten. Der ganze Abend war wirklich ein riesen Spaß.
Letzten Montag habe ich außerdem in dem Englischkurs mal ausnahmsweise nicht den Eltern geholfen, sondern auf ein paar der Kinder aufgepasst, so dass die Mütter ungestört etwas lernen konnten. Es ist wirklich unglaublich, dass die 3- oder 4-jährigen Kinder zum Teil viel viel besseres Englisch können als ihre Mütter. Für die Kinder ist es wirklich ganz normal Englisch und die Muttersprache ihrer Eltern zu sprechen. Da kommt es auch mal vor, dass ein Kind anfängt arabisch (oder irgendeine andere Sprache) zu sprechen und man versteht nur Bahnhof
.
Für die nächsten zwei Wochen werdet ihr erst einmal nichts mehr von mir hören, denn ich habe bis kurz vor Ostern frei und gehe auch ein paar Tage nach London
. Bin schon sehr aufgeregt. Aber danach gibt es natürlich wieder wöchentliche Berichte von mir.
Viele Grüße
Julia
Der Frühling ist da!
Der Frühling ist nun endlich auch in Sheffield angelangt, wahrscheinlich nicht ganz so warm wie im schönen Baden und etwas windiger, aber trotzdem schön. Das gibt natürlich Anlass gleich einmal ein paar der Gruppen und Besprechungen nach draußen zu verlegen, wobei man in England immer aufpassen sollte, man kann ganz einfach und schnell von ziemlich viel Regen/Sturm überrascht werden
.
Letzten Dienstag haben wir einige Jugendliche zu einem Ausflug am Freitagabend eingeladen. Eine sehr interessante Begegnung hatten wir mit einem der Väter. Die Familie sind Flüchtlinge aus dem Irak und der Junge kam schon öfters zu unserer Jugendgruppe, wir waren uns aber nicht sicher, ob seine Eltern so glücklich mit dem Ausflug sind (später mehr dazu), deshalb haben wir an der Tür geklingelt um das Ganze zu erklären. Wir wurden natürlich gleich auf eine Tasse Tee eingeladen, was auch überhaupt nicht abgeschlagen werden konnte. Nachdem wir alles erklärt hatten und der Vater meinte sein Sohn wird sicherlich kommen, drehte sich das Gespräch in eine ganz andere Richtung. Hendrik fragte ihn, in welche Moschee er denn gehe. Dazu meinte er, dass er in gar keine Moschee gehe; er sei ein gläubiger Muslime, aber er komme mit vielen Dingen, die in Moscheen passieren nicht klar und das Ganze sei ihm meistens auch zu radikal. – Sehr komisch so etwas auch mal von einem Muslimen zu hören und nicht immer nur von Christen. Das Gespräch war wirklich sehr interessant, es ging dabei um die Kirche, Christen und Muslime und um den Irak und Syrien (seine Frau ist gerade in Syrien um ihre Familie zu besuchen).
Der Ausflug am Freitagabend war dann auch sehr gut. Wir sind mit einer Gruppe von Jugendlichen zu „Laserzone“ gegangen. Was das ist? Schwer zu erklären. Einfacher zu erklären, was man macht. Man spielt eine Art Geländespiel im Dunkeln mit „Laserpistolen“. Das hört sich echt schlecht an, macht aber mega Spaß und ist auch nicht zu sehr Pistolen-/Schießerei-/Kriegsmäßig, so dass man es echt gut spielen kann. Auf Dauer wird es aber auch sehr anstrengend
und man bekommt eindeutig richtige Adrenalin Schübe durch die Dunkelheit und das verwinkelte Spielfeld. Die Jugendlichen waren danach wirklich noch mehr aufgedreht als vorher sowieso schon
.
Diese Woche habe ich außerdem im Conversation Club der Kirche ausgeholfen. Am Anfang läuft das Ganze Frauen und Männer getrennt ab. Wir haben mit den Frauen Schneckennudeln gebacken. Lecker
und jede Menge Spaß, wenn nicht alle die englischen Wörter für Hefe, Wellholz und Pinsel wissen. So lernt man natürlich ganz einfach viele neue Wörter
.
Viele Grüße
Julia
umstyling
Letzte Woche fing bei mir sehr witzig an. Die Jugendlichen durften mich im Jugendkreis komplett umstylen, also mit allem drum und dran.
So sah das Ergebnis aus:
Naja also könnte besser sein, aber es hat ihnen auf jeden Fall Spaß gemacht. Natürlich hatte das Ganze auch einen Zweck. Zur gleichen Zeit haben die Jungs und einige andere Mädchen noch ein Model eines Menschen aus Papier mit verschiedenen Charaktereigenschaften gemacht. Es ging ums Model sein – welche unterschiedlichen Bedeutungen das Wort haben kann (Laufstegmodel, Vorbild und Miniaturmodel) und das Jesus durch und durch ein Model für uns Menschen sein kann. Ich hoff ihr versteht, was ich meine; in Englisch ging es irgendwie einfacher zu erklären
.
Letzten Donnerstag hab ich dann mit einigen Mitarbeitern von anderen Projekten in der Kirche an einem „Drug Awareness Course“ teilgenommen. Es war echt super interessant und ich musste feststellen, dass ich z.B. Heroin nicht erkennen würde, wenn ich es vor mit liegen hätte. Also jetzt natürlich schon, aber vorher eben nicht. Außerdem haben wir auch einiges über die unterschiedlichen Drogen, warum sie konsumiert werden gelernt und auch Fallbeispiele besprochen, in denen man sehen konnte, was man tun und was man nicht tun sollte, wenn jemand drogenabhängig ist. Alles in allem ein sehr interessanter und lehrreicher und bei diesen Jugendlichen hier auch nicht irrelevanter Abend.
Am Freitagabend haben wir dann ein Geländespiel im Gemeindehaus und der Kirche gespielt. Also so eine Art „Capture the Flag“ oder so, nur im Gebäude drin
. Hat mega Spaß gemacht.
Abgesehen davon habe ich dieses Wochenende keine Gruppen geleitet. Gestern Mittag bin ich dann zum Interfaith-Walk. Das Ganze findet zweimal im Jahr statt und bedeutet einfach, dass Leute verschiedenen Kirchen, Moscheen, Tempeln usw. zusammen die Hauptstraße entlang laufen und an jedem dieser Orte anhält, etwas isst/drinkt und sich dort umschaut. Sehr interessant. Und sehr beeindruckend war vor allem auch unsere letzte Station: eine Moschee direkt neben einer Kirche. Genau der gleiche Baustil und auch nur durch ein kleines Mäuerchen getrennt, jeweils an einem Ende Minarett und am anderen Ende der Kirchturm zu sehen. Wenn sich Christen und Muslime doch nur überall in der Welt so respektieren könnten, dann würde es mancherorts wahrscheinlich viel besser zugehen. Also Sheffield, insbesondere Burngreave ein super Beispiel dafür wie das Ganze funktionieren kann.
Viele Grüße
Julia
Origami?
Origami? Jap, Origami haben wir am Freitagabend gemacht, aber nicht irgendwelche langweiligen Faltkünste, sondern sowas wie hüpfende Frösche und bewegliche Herzen. Hat total Spaß gemacht und wir haben jetzt eine ganze Froscharmee in der Kirche herum hüpfen
.
Letzten Montag hatten wir zum ersten Mal eine Nachmittagsgruppe für Eltern, dabei ging es hauptsächlich um das Erzählen von Bibelgeschichten mit Kindern und wie man das Ganze möglichst interessant gestalten kann, Grundlagen fürs Mitarbeiter sein und auch relativ hilfreich fürs Eltern sein
. Ziemlich schwierig erweist sich das Ganze für Elternteile deren Partner entweder nicht gläubig oder muslimisch sind, was hier nicht so selten ist. Sehr herausfordernd sich darüber Gedanken zu machen und gut darüber in solch einer Gruppe zu reden.
Am Dienstag hatte ich einige Zeit mit ein paar Kindern in der 6. Klasse so zu reden, während sie Bilder gemalt haben. Eine der Mädels ist gerade von einem vierwöchigen Heimaturlaub in Pakistan zurück gekommen und ein anderes Mädchen befindet sich Anfang nächster Woche auf dem Weg in den Irak. Zum Teil haben die sehr krasse Geschichten zu erzählen und ich kann es auch immer noch nicht in meinen Kopf bekommen, was manche dieser Kinder schon in ihren kurzen Leben gesehen haben. Viele haben eben ihre ersten Lebensjahre in einem Kriegsgebiet verbracht und diese Jahre bergen zum Teil traumatische Erinnerungen.
In dem Englischkurs sind auch einige Frauen aus dem Jemen, was die zu erzählen haben, ist zum Teil sehr schockierend. Eine der Frauen hat ihren Bruder bei den Aufständen letzte Woche verloren, trotzdem denkt sie, dass manche Dinge im Jemen lieber wie in England sein sollten. Sie hat mich auch für nächste Woche zum Abendessen eingeladen, mal sehen was für eine Kultur da in mitten Englands auf mich trifft
.
Heute Morgen hatten wir Jugendkreis, es ging um Leute mit großen Visionen – Martin Luther King, Mutter Theresa, Gladys Aylward, Nelson Mandela usw. Gut sich mal wieder daran zu erinnern, was man alles erreichen kann, wenn man eine Vision hat und daran glaubt, dass sie zur Realität werden kann.
Hier noch ein paar der Bilder von letzter Woche Freitag. GenR8 ist der Name der Gruppe, deshalb das Logo
.
Viele Grüße
Julia
Pancake-Tuesday
Fastnacht, Fasching oder Karneval gibt es in England nicht. Aber ganz ohne irgendetwas zu feiern, beginnt man die Fastenzeit trotzdem nicht. Am Fastnachtsdienstag ist dafür Pancake-Tuesday. Und wie der Name schon sagt, werden ganz viele Pfannkuchen in unterschiedlicher Art, herzhaft oder süß gemacht und zusammen gegessen.
Wir hatten sozusagen eine Pfannkuchen-Party in der Kirche mit einer ungeheuren Menge von Pfannkuchen und unterschiedlichen Belägen. Wie im Paradies
. Nach dem Alt und Jung so viele Pfannkuchen wie nur möglich gegessen hatte, gab es für die Kinder und den einen oder anderen Erwachsenen noch eine Runde Verstecken in der Kirche. War einfach toll, gefällt mir persönlich auch viel besser wie Fastnacht, mal etwas richtig Gutes zum Essen und eine tolle gemeinsame Zeit.
Was natürlich mit der Fastenzeit anfängt, sind unterschiedliche Gruppen. So haben wir uns zum ersten Mal letzten Mittwoch bei einer Familie zu Hause getroffen. Wir haben zusammen gesungen, gebeten und darüber geredet, was man sich für die Fastenzeit erhofft. Eine schöne, aber ruhige Gruppe zum Abschalten. Natürlich ging es auch darum, was jeder Einzelne aufgeben möchte, bzw. was einem wirklich schwer fallen würde aufzugeben. Extrem oft kam dabei Schokolade und Internet/Computer/IPod/Facebook zur Sprache, echt ziemlich schockierend wie viel Zeit und Energie wir mittlerweile in diese Dinge stecken ohne es überhaupt zu merken.
Letzten Donnerstag hatten wir unser monatliches „International Meal“. Funktioniert so, dass man sich am Donnerstagabend trifft und jeder etwas zum Essen mitbringt, das typisch für sein Heimatland ist und dann isst man zusammen, lang und ausgiebig
. Ich hab Spätzle mit Rahmsoße gemacht, mein Lieblingsessen, und anscheinend auch das neuste für die meisten, die da waren. War alles ziemlich schnell weg. Witzig ist auch immer, wenn man gegenseitig versucht die Namen der Gerichte einzuprägen, eigentlich fast unmöglich, aber das Essen schmeckt natürlich trotzdem.
In unserem Jugendtreff haben wir Bilder mit langer Belichtungszeit und Taschenlampen in der dunklen Kirche gemacht. Einfach grandios diese Bilder. Ich stell später mal noch eins rein, wenn ich alle Bilder hab. Aber vielleicht habt ihr das ja auch schon selber gemacht, auf dem MAXX-Camp oder so. Wirklich empfehlenswert, macht super viel Spaß und die Ergebnisse lassen sich echt sehen! Und heute Abend geht’s weiter mit Muffins backen, mmh, lecker
.
Viele Grüße
Julia
viel zu tun und der Besuch
die letzten Wochen waren sehr vollgepackt und demnach auch anstrengend. Aber eines haben sie auf jeden Fall gebracht: Unsere Kirche hat jetzt einen neuen Pfarrer gefunden. Seit ich hier war, gab es naemlich niemanden. Natuerlich waren einige Male Bewerbungsgespraeche und Treffen mit ein paar Leuten aus der Kirchengemeinde (also auch mich) und jetzt haben wir endlich jemanden gefunden, der perfekt zu sein scheint. Im Moment sind wir noch alleine^^ aber in ungefaehr 3 Monaten wird er hier anfangen. Alles sehr aufregend fuer die ganze Kirchengemeinde also.
Ausserdem durfte ich feststellen, dass die Welt manchmal doch ziemlich klein aussieht
. Ich treffe hier wirklich andauernd Leute aus Deutschland oder Frankreich (Elsass). Und man findet irgendwie immer etwas ueber das man reden kann, die teils komische britische Kultur oder irgendwelche praktischen Dinge wie Informationen ueber Airlines und Flufhaefen, um nach Deutschland zu kommen
. Und: Ralf Zimmermann hat Sheffield mit einer Gruppen von Leuten aus dem CVJM und der evangelischen Landeskirche besucht. Samstag letzte Woche verbrachten sie fast den ganzen Tag in unserer Kirche und Hendrik und ich durften ueber die Umstaende in der Gegend und unsere Arbeit mit den Jugendlichen erzaehlen. Es war wirklich ein schoener Tag, vor allem auch weil einige Leute aus der Kirche und einige Jugendliche ebenfalls vorbei kamen und die “Deutschen” mit den “Briten” reden konnten usw. Alles in allem meiner Meinung nach eine wirklich gelungene Begegnung.
Wir hatten die Moeglichkeit fuer unsere Gruppe am Freitag Abend eine Nintendo Wii und einige Spiele zu kaufen. Es ist natuerlich total der Hit. Vor allem die Maedels haben sehr viel Spass mit den Sing- und TANZspielen. Da wird man auch ab und zu selbst mit hinein gezogen, aber vor allem ist es sehr amuesant dem ganzen Tanzen zuzuschauen
. Ebenfalls sehr viel Spass hat mir das Theater spielen in der Grundschule gemacht oder vielmehr mit einer Gruppe von Schuelern ein selbstgeschriebenes Stueck einzuueben. Und das was die da zusammen geschrieben haben war echt sehr gut. Es ging um gesundes Essen. Eines der Mädels war als eine Schokoladentafel verkleidet und ein anderes Mädchen als Tomate
. Ein Mädchen kam in den Raum gehüpft, ganz unbekümmert mit ihrer schönen Schuluniform und sagt „Mmmh. Was soll ich heute essen?“ – Die Schokoladentafel kommt angerannt „Iss mich, iss mich, ich bin riiiiiiiiiiiiiiiiiichtig lecker!“ Da kommt die große Tomate, schubst die S chokoladentafel weg und sagt: „Nein! Iss mich ich bin lecker UND gesund!“ Und so ging es weiter. Man muss sich es nur mal vorstellen, war echt total witzig und auch sehr gut geschauspielert!
In dem Englischkurs durften die Frauen einen Text ueber mein Leben lesen
. Also viel mehr ueber wie ich hier hergekommen bin und meine Familie usw. Und anschliessend wurden auch Fragen gestellt, sowas wie “Bist du verheiratet?” “Traegt man in Deutschland genau die selben Kleider wie normalerweise in England?” oder “Tragen deutsche Maedchen auch Kopftuecher?” Und vieles mehr. Es war echt interessant was die Frauen so alles wissen wollten^^.
Letzten Donnerstag war ich ausserdem im Museum. Muss ja auch mal was fuer meine Weiterbildung in der geschichtlichen Richtung machen. Und was ich hier echt total gut finde: Die meisten Museen sind kostenlos, d.h. jeder kann eigentlich immer hingehen wenn er will. Und es war auch echt toal interaktiv und kinderfreundlich gemacht. Und was fuer mich total witzig war: Es gibt ein Video das vor ein paar Jahren ueber die ganzen kleinen Laeden von Immigranten hier in dem Stadtteil gemacht wurde und dabei wurden halt auch lokal Leute befragt. ZUm Beispiel erzaehlt da einer der Jugendlichen der in einer der Gruppen ist, als kleienr 8jaehriger Junge, dass die Suessigkeiten in dem einen Laden an der Ecke, die bestern auf der Welt sind usw.
. Wirklich amuesant, aber manche Sachen auch wahr. In diesen Laeden findet man wirklich Dinge, die es in den grossen Supermaerkten in England nicht gibt, weil es eben nicht britisch ist^^. Aber manche Dinge wie Sauerkirschen findet man da dann einf acher wie in nem englischen Laden. Und natuerlich die Gewuerze, die man da bekommen kann, sind wirklich die besten!
Zu guter letzt: Gestern durfte ich zum ersten Mal in der Kirche die Bibelstelle vorlesen. VOr der ganze Gemeinde! So konnte ich echt gut beweisen, wie sehr ich mir den Yorkshire Dialekt in den vergangenen Monaten schon angewoehnt habe
. Lief auch alles ganz gut. Zum Glueck.
Diese Woche sind Ferien, das heisst ich kann mal ein wenig relaxen. Bis zum Wochenende halt
.
Viele Gruesse
Julia
Sheffield bekommt Besuch
Diese Woche war sehr aufregend, denn: Ich bekam Besuch von Ralf Zimmermann und ein paar Leuten vom CVJM und von der Evangelischen Landeskirche. Sie haben sich zusammen mehrere Kirchen in Sheffield angeschaut und am Samstag waren sie dann bei uns zu Besuch.
Nach einer Führung durch die Kirche und das Gemeindehaus erzählte Hendrik die grundlegenden Dinge über Christ Church Pitsmoor und seine Arbeit. Auch einige Jugendliche und Erwachsene aus der Kirchengemeinde kamen und man konnte sich gegenseitig Fragen stellen. Es war sehr interessant auch einmal von den Jugendlichen zu hören, was sie von der ganzen Situation halten und im Nachhinein auch mitzubekommen, dass sie selbst einmal gerne nach Deutschland kommen würden, um sich anzuschauen wo ich denn überhaupt her komme
. Anschließend habe ich noch einiges über meine Arbeit und meine Erfahrungen erzählt. Zusammen haben wir dann noch eine andere Kirche im selben Stadtteil besucht, die im Moment „nur“ aus 4 Mitgliedern besteht, jedoch riesige Projekte zur Unterstützung von Jugendlichen in der Gegend hat. Die ganze Arbeit und auch der Ethos dahinter sind sehr beeindruckend. Nach einem kurzen Spaziergang durch Pitsmoor, vorbei an den kleinen Läden und mehreren Moscheen, fuhren wir in die Innenstadt Sheffields, wo ich nach einem Kaffee und einem kurzen Gespräch, die Gruppe weiter zu einer anderen Kirche ziehen ließ. Ziemlich erledigt von dem ständigen Wechsel zwischen Deutsch und Englisch hab ich mich dann an die restlichen Vorbereitungen für den Gottesdienst und den Jugendkreis am nächsten Tag gemacht.
Am Anfang der Woche gab es ebenfalls einiges für mich vorzubereiten, denn am Mittwochmittag und –abend hatten wir in unserer Kirche eine Besprechung mit mehreren Pfarrern und Jugendarbeitern aus Sheffield, um darüber zu sprechen wie Jugendliche Sheffield verändern können. Ein Referent von einer christlichen Organisation namens Urban Saints erzählte von seinen Erfahrungen, verschiedenen Projekten und den Dingen, die in anderen Städten in ganz England erreicht wurden; zum Teil sehr beeindruckende Dinge
.
Viele Grüße
Julia
Children’s and Families Ministry Conference
Diese Woche mal ein etwas später Bericht, denn ich war das ganze Wochenende über mit Hendrik und Mavis auf einer Children’s and Families Ministry Mitarbeiterkonferenz in Eastbourne. Wie der Name schon sagt hat sich dabei alles um die Arbeit mit Familien und Kindern gedreht. Es gab viele verschiedene Workshops und Seminare über das ganze Wochenende verteilt. Und auch die main sessions handelten von sehr interessanten Dingen. Am Freitag ging es zum Beispiel um die Bibel in der heutigen Kultur und wie sich die Arbeit mit Kindern an diese Kultur auch gewissermaßen anpassen muss. Ging man vor Jahren als Mitarbeiter in der Kirche noch davon aus jeder kennt die grundlegenden Geschichten aus der Bibel, muss man heutzutage schon sehr aufpassen. Viele Kinder kennen die Geschichten von Moses und David&Goliath usw. nicht. Das ist mir gerade auch hier in Pitsmoor aufgefallen. Manche der muslimischen Kinder wissen mehr über Jesus und sein Leben als manch ein christlich getauftes Kind. Und das ist schon auch sehr schockierend. Aber wie reagiert man da als Kirche dann darauf? Dieses Thema zog sich durch das ganze Wochenende durch und vor allem auch in den Workshops und Seminaren wurden praktische Tipps dafür gegeben wie man mit dieser neuen Generation von Kindern umgehen kann. So war das Wochenende ein weitgefächerter Ideenpool für die unterschiedlichsten, mehr oder weniger verrückten Wege seine Arbeit mit Kindern zu gestalten. Natürlich konnte man auch selber ganz neue Dinge ausprobieren und Lernen. So hatte ich zum Beispiel sehr viel Spaß dabei zu lernen wie man mit einer Handpuppe richtig umgeht
.
Und vor allem ein Zitat von John Wimber blieb mir im Kopf hängen und das lass ich auch einfach mal so stehen, es spricht auch eigentlich für sich selbst: “Find out what God is doing and join in.”
Außerdem ist der versprochene Bericht in dem lokalen Blatt hier jetzt endlich online. Hier ist er zu finden
http://www.burngreavemessenger.org/archives/february-2011-issue/exchange-youth-worker/
Ihr könnt auch einfach mal in der letzten Ausgabe “blättern” und sehen was hier in der Gegend so abgeht. Manche Dinge sind ziemlich interessant und toll.
Viele Grüße
Julia
Minenarbeiter
Die Nachricht der 33 Minenarbeiter, die bei einer Explosion in Chile in einer Mine feststeckten, ging um die Welt. Über zwei Monate dauerte es bis alle 33 Minenarbeiter befreit werden und zu ihren Familien heimkehren konnten. Doch was passierte in dieser Zeit, was taten diese Arbeiter in solch einer langen Zeit? Genau das durfte ich gestern Abend hautnah erfahren.
Einer der Minenarbeiter Jose Henriquez kam nach Sheffield um von ihren Erlebnissen zu erzählen und vor allem auch davon zu erzählen wie viele der Minenarbeiter zum Glauben an Gott kamen, ein Fakt, der in den Nachrichten trauriger weise komplett ausgeblendet wird. Dass fast alle der Minenarbeiter jeden Tag gebetet haben und eines der Dinge, die sie nach unten geschickt bekamen kleine Miniaturbibeln waren, weiß kaum einer auf der Welt. Es war also sehr sehr interessant und auch berührend wie Menschen in solch einer Lebenssituation zum Glauben kommen und Gott auch ihre Gebete erhört.
Letzten Montag war ich wieder in dem Englischkurs. Es ging darum Personen zu beschreiben. Es war wirklich sehr witzig mit Frauen, die alle ein Kopftuch tragen, über ihre Haare zu reden. Außerdem gab es einige Verständnisprobleme, eine Frau sagte sie hätte lockiges und glattes Haar
. Da man aber nicht sehen konnte wie ihre Haare aussehen, wusste man nicht richtig ob sie jetzt lockiges oder glattes Haar hat und es war auch nicht gerade einfach zu erklären was der Unterschied ist. Letztendlich haben es aber glaube und hoffe ich alle verstanden. Der ganze Morgen war doch sehr witzig
.
Am Dienstag war ich mit der 6. Klasse auf einem Ausflug zu einem Museum mit dabei. Es war sehr interessant, jedoch waren wir auf dem Rückweg ein wenig spät dran, denn die meisten Kinder müssen pünktlich um 5 Uhr in der Moschee sein. Somit mussten wir dann von der Bushaltestelle zurück zur Schule rennen. Ich hab dann einige Schüler zur nächsten Moschee begleitet, wo deren Eltern schon alle auf sie warteten. nige der Kinder hab ich dann direkt zur nächsten Moschee begleitet, wo die Eltern schon auf sie warteten. Auf die Frage eines der Mädels „Can you not come with us for prayers to the Mosque?“ musst ich dann aber doch nein sagen
.
Achja wer mal etwas über mich lesen möchte. Der Artikel in dem lokalen Blatt wird im Laufe dieser Woche auch ins Internet gestellt. Ich geb nochmal genauer Bescheid wo er zu finden ist.
Viele Grüße
Julia
Taufen sind einfach schön
Taufen sind einfach schön. Letzten Sonntag wurde Hendriks Sohn Hein in unserer Kirche getauft. Irgendwie waren einfach alle Leute grundsätzlich gut gelaunt
. Auch wenn Hein sich ein paar Mal aus dem Staub machen wollte, erhielt er doch letztendlich den Segen des Pfarrers und der Gemeinde für sein Leben. Nach dem Gottesdienst gab es für die ganze Gemeinde viele verschiedene Dinge zum Essen, alles auch sehr international. Natürlich wollte ich ebenfalls etwas zur Internationalität beitragen, weshalb ich am Samstag Donauwelle gebacken habe. Lecker!
Gestern Abend haben wir in dem Jugendtreff Schmuck aus Emaille gemacht. Dazu hatten wir ein Emaille-Kit bei einer anderen Kirche in Sheffield ausgeliehen. Man bekommt dann einen Koffer mit allem drin was man eben braucht. Von einem kleinen Brennofen bis zu den Kupfervorlagen und dem Glaspulver. Es entstanden richtig schöne Kreationen an Halsketten, Armbändern und Schlüsselanhänger und es hat auch Spaß gemacht, wobei man mit dem Brennofen schon sehr aufpassen musste. Er war bis zu 1100° C heiß! Aber es ist nichts passiert und es war sehr schön, dass jeder etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen konnte. Wie z.B. diese Kette:
Außerdem wird nächste Woche ein Artikel über mich und meine Arbeit in dem lokalen Blatt (Burngreave Messenger) hier erscheinen. Alle sehr aufregend
und interessant die letzten Monate mal so zu reflektieren.
Viele Grüße
Julia
Frohes Neues Jahr!
Ich bin wieder zurück in Sheffield, aber erst einmal nach Deutschland zu kommen, war gar nicht so einfach. Mein Flug der am Montag nach Frankfurt fliegen sollte, wurde wegen dem Wetter gestrichen. Und ich konnte erst am nächsten Tag nach Düsseldorf fliegen. Eine Nacht im Flughafen zu verbringen, hat mich doch schon ziemlich gerädert, aber ich hatte eine schöne Zeit in Deutschland. Letzte Woche Mittwoch bin ich dann planmäßig wieder in Sheffield angekommen und es ging auch gleich voll los
.
Am Sonntag hatten wir mittags schon wieder Jugendkreis. Dieses Mal ging es um die ersten 5 Bücher der Bibel und eben dann auch vor allem um die 10 Gebote. Die Frage „What would the world be like if everyone lived by the Ten Commandments?“ hat eine riesige Diskussion ausgelöst. Einige waren der Meinung es wär alles sehr gut, es würde schön sein auf der Welt zu leben in jeder Hinsicht. Andere waren der Meinung es wäre einfach nur laaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig. So konnte man irgendwie mal ganz neue Seiten dieses Themas entdecken und die Jugendlichen waren auch sehr interessiert daran.
Am Montag fiel mir dann wieder einmal auf, dass das Leben mancher Leute wirklich komplett anders ist als meins. Dass manche Leute eben Probleme haben über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Was hat mich dazu verleitet? Morgens war ich in dem Englischkurs für Eltern in der Grundschule hier. Es ging um die Frage, warum die Frauen Englisch lernen möchten. Da hat eine Frau erzählt (sie ist schon 62 Jahre alt), dass ihre Kinder und ihre Enkelkinder hier in Großbritannien geboren sind, sie haben also von klein auf gelernt, Englisch zu sprechen. Und mittlerweile sprechen sie fast nur noch Englisch, wodurch sie als Mutter und Großmutter die Verbindung zu ihnen verliert, vor allem eben zu ihren Enkelkindern. Das hat mich sehr berührt wie diese „Oma“ erzählt was für Probleme das Leben hier für sie mit sich gebracht hat und wie schwierig es für sie ist, überhaupt etwas mit ihren Enkelkindern zu machen. Sie sind eben britisch und nicht pakistanisch. Auch andere Frauen haben ähnliches erzählt und mir wurde zum ersten Mal bewusst was für einen Kampf diese Frauen zu kämpfen haben. Eine Fremdsprache zu lernen, die sogar nicht einmal dasselbe Alphabet hat wie ihre Muttersprache und das zum Teil in hohem Alter ist wirklich bemerkenswert. Und nun sollen viele dieser Englischkurse aufgrund der wirtschaftlichen Lage Großbritanniens gestrichen bzw. kostenpflichtig gemacht werden, das würde für viele Frauen das Ende eines Traums bedeuten.
Am Montagnachmittag bekam Hendrik dann einen Anruf einer Familie aus unserer Kirche. Ursprünglich kommen sie aus Nigeria, leben aber schon seit 4 Jahren in Großbritannien und nun sollen sie wieder nach Nigeria abgeschoben werden. Es ist traurig zu sehen wie eine Familie um ihre „neue“ Heimat kämpft und wie viel Angst der Gedanke „zurück gehen zu müssen“ auslöst. Bisher hatte ich in der Kirche immer nur gehört, wenn jemand ein dauerhaftes Recht bekam zu bleiben oder sogar die britische Staatsbürgerschaft, bekam aber natürlich gibt es auch hier die andere Seite der Medaille.
Mich hat der Tag sehr berührt und ich bitte euch für beides zu beten. Für die Frauen in den Englischkursen, dass die Regierung einsieht, dass es eine wichtige Lebensgrundlage für sie ist und für die Familie aus Nigeria, dass sie hier weiterhin bleiben können. Die Situation dieser Menschen hat mir auch gezeigt wie dankbar ich für mein eigenes Leben sein kann.
Am Dienstag war ich dann auch wieder in der 6. Klasse hier. Deutsch lernen war angesagt
. Es hat richtig Spaß gemacht auch so über Deutschland und die ganz einfachen kleinen Unterschiede zu England zu erzählen. Viele Kinder konnten auch etwas über die Kultur ihrer eigenen Eltern erzählen. So wurde das Ganze ein kunterbunter Kulturnachmittag mit deutschen „Weihnachtsbredle“ von meiner Oma.
Achja Weihnachten, leider kann ich nur sehr schlecht Bilder im Internet veröffentlichen (Datenschutz ist hier ziemlich streng), aber Lucy und Bert geben euch vielleicht eine Idee wie toll es war.
Viele Grüße
Julia
Bald ist Weihnachten ;-)
Die vergangene Woche war sehr weihnachtlich geprägt. Viele Weihnachtskarten für die Lehrer in der Grundschule und auch heute in der Kirche
. Außerdem eine Christmasparty in der Jugendgruppe am Freitag Abend. Mit viel leckerem Essen, lustigen Spielen und Musik. Eine ganz besondere Spezialität um Weihnachten sind hier “Mince Pies”, etwa so wie bei uns Lebkuchen, nur natürlich immer mit einer schönen Tasse Tee
.
Und heute hatten wir auch schon einen Fmailiengottesdienst mit Krippenspiel. Die ganze Woche lief eigentlich darauf hinaus und es war sehr schön. Mit Lucy und Bert (zwei Handpuppen), die mal so einige Gerüchte über Weihnachten aufgeklärt haben, und vielen Kindern als Maria und Josef, Schäfchen und Kamel verkleidet. Im Anschluss zum Krippenspiel hatten wir noch ein Spiel vorbereitet. Und nach dem Gottesdienst gab es natürlich Mince Pies und Hot Chocolate. Sehr lecker
.
Ich werde auch noch ein Bild von unserer schönen Krippenszene einstellen, doch meine Kamera steckt schon in den Untiefen meines Koffers, denn morgen werde ich hoffentlich trotz Eis und Schnee gut nach Manchester und von dort nach Deutschland kommen.
Ihr hört dann im Neuen Jahr von mir. Fröhliche Weihnachten.
Gottes Segen,
Julia
Big-Mäk am 21.12.2010
Lebkuchenhäuser und Wichteln
Nachdem viele Dinge wegen Schnee und Krankheit verschoben wurden, haben wir dieses letzte Wochenende viele Dinge dann nachgeholt. Hendrik ist schon seit einiger Zeit krank, was das Ganze sehr schwierig für mich macht. Es gibt mir sehr viel Verantwortung und auch eine riesige Herausforderung, aber ich glaube ich habe/werde es hoffentlich gut meistern.
Am Freitag Abend haben wir mit den Jugendlichen dann Lebkuchenhäuser gebacken. Für die meisten war das eine große Herausforderung, da sie zum Einen nicht wirklich viel selber mit ihren Eltern backen und zum Anderen Lebkuchen an für sich auch nicht kennen. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht, es wurde viel Mehl benutzt und eine riesige Unordnung veranstaltet, aber letztendlich konnte jeder ein kleines, mehr oder weniger rechtwinkliges Haus mit nach Hause nehmen.
Da hat wohl schon jemand ein Stückchen gegessen
. Mmh. Lecker.
Am Samstag Morgen wurde sich dann einem sehr ernsten und auch traurigen Thema hier gewidmet. Angesichts der finanziellen Lage Großbritanniens muss die Regierung im kommenden Jahr viele Sparmaßnahmen ergreifen. Und was wird natürlich als erstes gestrichen in solchen Prozessen? Ja, klar, möglichst viel “unnötige” Jugendarbeit. Vor allem hier in diesem Stadtteil werden einige Projekte bzw. Jugendarbeiter nicht länger mehr finanziert werden. Und auch die enorm gestiegenen Studiengebühren stellen hier eine Schwierigkeit dar. In diesem Treffen ging es hauptsächlich darum wie man möglichst gut mit der schwierigen Lage umgehen kann und wie man am Besten die Jugendlichen hier unterstützt. Alles sehr schwierig natürlich.
Gestern haben wir nach dem Gottesdienst jeder sein Wichtelgeschenk überreicht. Außerdem gab es noch ein gemeinsames Essen im hinteren Bereich der Kirche. Es hat absolut viel Spaß gemacht, es wurde gelacht und sich viel unterhalten. Es war schön zu sehen wie sich die Leute über ihre kleinen Geschenke gefreut haben. Aus jeden Fall eine Aktion zum Weiterempfehlen – es braucht zwar ziemlich viel Organsisation, aber es schweist die Kirchengemeinde ungeheim zusammen.
Nachmittags hatten wir dann Jugendkreis. Thema: Adam und Eva essen die Frucht vom Baum der Erkenntnis und die Folgen ihres Handeln für unser Leben heute. Sehr anspruchvolles Thema. Es wurden viele interessante Fragen von den Jugendlichen gestellt wie z.B. “Hätten wir das nicht auch alle so gemacht, ich meine, wenn etwas verboten ist?” oder “Hat Gott das nicht auch vorher gewusst? War es etwa mit Absicht, eine Falle?” Man merkt jetzt auch, dass sich nach und nach eine gute Gruppe bildet und sich die Jugendlichen mehr und mehr aufeinander verlassen können. Eine sehr schöne Erfahrung.
Alles in allem eine recht weihnachtliche Woche. Ich wünsche eine gesegnete und hoffentlich ruhige Vorweihnachtszeit.
Viele Grüße
Julia
Es schneit, es schneit
Diese Woche hat es hier in Sheffield so viel geschneit wie noch nie seit es Aufzeichnungen gibt (um 1890). Offiziell waren es am Mittwoch 36cm in der Innenstadt in Sheffield. Und wie läuft das Leben so ab, wenn man vom Schnee sozusagen überrascht wird und es keine Winterreifen für das Auto, keine Räumungspflicht auf Gehwegen und nicht genügend Streufahrzeuge gibt?
Um genau zu sein, steht alles still. Die meisten Schulen hier waren von Dienstag bis Freitag „due to the weather“ geschlossen und Mittwoch und Donnerstag konnten viele Leute nicht einmal mehr zu ihrem Arbeitsplatz. Die Supermärkte haben kein Brot und keine Milch mehr. Und hinzu kommt noch, dass viele Leute krank sind. Ich habe diese Woche also nicht gerade viel gemacht. Heute scheint zum ersten Mal seit langem wieder die Sonne, das heißt ein bisschen Schnee schmilzt schon, aber laut Wetterbericht soll es bis Weihnachten noch mehr Schnee geben.
Hier ein Bild von einem kleinen Spaziergang durch Sheffield.
Viele Grüße
Julia
Very exciting!
Wichteln mit einer ganzen Kirchengemeinde – hört sich unglaublich an und genau das ist es auch
. Hendrik und ich haben ziemlich lange darüber gegrübelt wie das funktionieren könnte, damit sich die Gemeinde untereinander auch besser kennenlernt. Deshalb hat dann letzten Sonntag jeder Gottesdienstbesucher einen kleinen Steckbrief ausgefüllt, wir haben sie eingesammelt und jeder hat wieder einen anderen Steckbrief gezogen. Nächste Woche am Sonntag soll dann jeder ein Geschenk für die Person, die er gezogen hat, mitbringen. Als ein Nikolausgeschenk sozusagen, nur mit dem Haken, dass es diese Tradition in England nicht gibt. Also ein wenig deutsch-holländischer Einfluss und die ganze Kirche wichtelt für den Nikolaustag. Wobei man sagen muss, dass einige der Gemeindemitglieder auch aus Ländern kommen, in denen es Nikolaus gibt, die haben sich natürlich alle sehr gefreut.
Eine solche Familie habe ich am Mittwoch mit Hendrik besucht. Die Familie selbst spiegelt die ganze Gegend sehr gut wider, sie ist sehr multikulturell. Wenn man den jüngsten Sohn (6 Jahre alt) frägt welche Sprachen er spricht, antwortet er stolz: Englisch, ukrainisch, russisch, arabisch und ein bisschen französisch. Sehr beeindruckend. Und warum ist das so? Naja, er selbst ist in Großbritannien geboren, seine Mutter kommt ursprünglich aber aus der Ukraine und der Vater aus dem Jemen. Seine Eltern haben sich beim Studium in England kennen gelernt. Für die Familie selbst bedeutet das nicht nur unterschiedliche Kulturen, sondern auch unterschiedliche Religionen. Der Vater ist Muslime und die Mutter besucht eigentlich immer mit den beiden jüngsten Söhnen unsere Kirche. Unglaublich wie so etwas funktionieren kann.
Ich besuche jetzt auch einen Englischkurs in der Grundschule hier. Nicht um mein Englisch zu verbessern (das klappt ganz gut im Alltag), aber um die Mütter hier, die nur wenig Englisch können, zu unterstützen und kennenzulernen. Das Ganze ist natürlich eine neue Herausforderung, da gerade da nur muslimische Frauen sind.
Alles in allem ist gerade ziemlich viel los. Kurz vor Weihnachten eben. Wir versuchen auch ein Krippenspiel zu organisieren und möchten Lebkuchenhäuser mit den Jugendlichen backen. Mal schauen wie das wird; die meisten wissen nicht einmal was Lebkuchen ist
. Sehr aufregend also.
Viele Grüße aus Sheffield
Julia
Eid Mubārak!
Am letzten Dienstag war es ziemlich komisch als ich in die Schule hier kam. Normalerweise seh ich schon auf dem Weg dorthin viele Schüler, dieses Mal irgendwie nicht. Als ich in das Klassenzimmer kam, meinte der Lehrer nur heute wird nicht so viel gemacht, es werden wahrscheinlich nur 5 Kinder kommen.
Ich dachte natürlich erst einmal aha, wieso das, einfach so inmitten vom Schuljahr. Er erklärte mir dann, dass diese Woche Eid ist. Eid? Ich bin hier ja schon über Postkarten mit ‚Eid Mubārak’ usw. gestoßen und Hendrik hat mich dann damals auch aufgeklärt was es damit auf sich hat. Aber ich wusste nicht, dass die muslimischen Kinder dann nicht in die Schule müssen.
Eid sind einige festliche Tage, die Muslime nach dem Fastenmonat Ramadan begehen. Es gibt das ganze zweimal, dieses Jahr Anfang September und Ende November. Die Festlichkeiten bestehen hauptsächlich im Gang zur Moschee, d.h. viel beten und im gemeinsamen Essen mit Familie und Nachbarn. Und deshalb kommen die Kinder auch nicht in di Schule, sie bekommen alle 2 bis 3 Tage frei. Und was machen die restlichen Schüler? Die kommen trotzdem und spielen Spiele oder schauen Filme an. Also der letzte Dienstag war nicht sehr aufregend für mich, aber trotzdem interessant. Letzendlich waren es 7 Kinder in der Klasse. In der Schule insgesamt 42 (normalerweise 256 Schüler). Aber nur um das richtig zu stellen, das ist nicht in ganz England so. Es geschieht eben nur in Schulen, in denen es viele Muslime gibt.
Am Freitag haben wir in der Jugendgruppe Weihnachtskarten mit buntem Sand gebastelt. Es war ne riesen Sauerei, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Und es sind wunderschöne Karten dabei entstanden.
Diesen Samstag war ich dann mit einigen Jugendlichen von unserer Kirche bei einem Event namens „Redefine“ in einer anderen Kirche in Sheffield. Es war sehr interessant, wir sprachen viel über Mission. Wie man seine Schule oder seine Stadt, also Sheffield, verändern und von Jesus erzählen kann. Nachmittags sind wir dann in das Stadtzentrum gegangen und haben Schokoriegel und andere Dinge verteilt. Es war eine sehr gute Erfahrung, auch zu sehen wie manche Leute darauf reagieren. Viele sind misstrauisch, sie denken man will ihnen irgendwas andrehen, das abgelaufen ist oder ihnen Geld aus der Tasche ziehen. Aber viele Menschen freuen sich auch einfach und es entsteht eine gute Basis für ein Gespräch.
Viele Grüße aus Sheffield
Julia
Discipleship and Diversity
Am Mittwoch waren Hendrik und ich bei einem Mitarbeitertag in Birmingham. Thema war „Discipleship and Diversity“. Es ging also hauptsächlich um Christen und Muslime in einem Land, was alles passieren kann und wie man möglichst gut mit den unterschiedlichen Kulturen usw. umgeht. Der Referent selber ist ein Youth Worker in Birmingham und macht in seiner Kirche regelmäßig Treffen zwischen jungen Muslimen und Christen. Dabei sprechen sie über ihren Glauben und auch über die unterschiedlichen Kulturen. Ziemlich beeindruckend, ein Mann vom Fach also.
Er begann mit einigen Fragen: 1. Ihr plant ein evangelistisches Event in der Kirche und du ermutigst deine Jugendlichen dazu ihre Freunde einzuladen. Ein Jugendlicher frägt dich, ob er auch seine muslimischen Freunde einladen kann, was antwortest du? 2. Ein Jugendlicher kommt zu dir und frägt dich, ob es wohl in Ordnung sei mit seinem besten Freund zu einem Event in die Moschee mit zu gehen, was antwortest du? – Der Referent sprach noch über viel andere Dinge, alle sehr herausfordernd und ziemlich relevant hier in der Gegend. Wir haben außerdem auch über die Kultur gesprochen, die ganze Sache mit der Familienehre und wieso das dann so ein großes Problem ist, wenn ein Muslime zum Christentum konvertiert. Sehr interessant alles. Wir haben außerdem auch ziemlich interessante Leute getroffen – z.B. ein Pastor, der früher Muslime war und so zu dem Ganzen noch seine persönliche Geschichte erzählen konnte.
Es gibt hier viel zu lernen für mich – Dinge, die mir in Deutschland überhaupt nie bewusst waren. Ich fange jetzt auch erst richtig an die ganze muslimische Kultur zu verstehen und meine Vorurteile, die ich hauptsächlich von den türkischen Leuten in Deutschland habe, aus dem Weg zu räumen.
Letzten Sonntag hatten wir einen Gottesdienst mit allen Altersgruppen zusammen (normalerweise gibt’s noch zwei Gruppen während des Gottesdienstes für Kinder und Jugendliche). Wir haben uns die Kirche selbst mal genauer angeschaut. Mir wurde dann erst richtig bewusst, dass eine anglikanische Kirche irgendwie doch ziemlich unterschiedlich zu einer evangelischen bzw. katholischen Kirche ist. Es gibt viele verschiedene Symbole. Besonders hat mir dabei das Alpha und Omega am Altar gefallen. Da hat man irgendwie schön symbolisch jeden Gottesdienst vor Augen, dass Gott der Anfang und das Ende aller Dinge ist. Und ein Tipp von mir: Wenn ihr das nächste Mal in einer Kirche seid, schaut euch mal genauer um, da gibt’s viele Dinge zu entdecken. Das Gebäude an für sich kann schon viel ausdrücken, selbst wenn der Gottesdienst vielleicht langweilig ist. Man muss immer daran denken, dass Kirchen zu einer Zeit gebaut wurden, als nicht jeder lesen konnte, weshalb man versuchte viele Dinge in Bildern und Symbolen auszudrücken.
Ich gehe jetzt auch jeden Dienstag in die 6. Klasse in der Grundschule hier. Dabei kann ich die Kinder ganz gut in ihrer eigenständigen Arbeit unterstützen; ich sitze jetzt meistens mit an einem Gruppentisch mit den Schülern, die ziemliche Probleme mit dem Lernen haben. Diese Woche war ich ziemlich schockiert als ich entdeckte, dass eines der Mädels kein bisschen lesen kann! Also es gibt hier viele Möglichkeiten zu helfen.
Gesegnete Woche euch allen
Julia
Busy week
Am Anfang dieser Woche hat mich Ralf Zimmermann hier in Sheffield besucht. Ich zeigte ihm Sheffield und wir sprachen viel über die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen hier und dem CVJM in Deutschland und wie beide Seiten von einer Art Partnerschaft profitieren könnten. Am Montagabend genossen wir zusammen ein Gericht aus Zimbabwe, gekocht von Hendriks Frau Mavis. Ich selbst durfte Dienstagabend noch ein weiteres afrikanisches Gericht genießen – ich war zum Abendessen bei einer Familie aus Sambia eingeladen.
Der Film „Africa United“ hat übrigens sehr gut zu unserer Gruppe von Jugendlichen gepasst. Es ist ein sehr empfehlenswerter Film für Jugendliche um mehr über Afrika zu erfahren. Wir haben uns mit dieser Gruppe jetzt auch zum Ersten Mal sonntagnachmittags getroffen, als eine Art Jugendkreis. Wir wollen mit ihnen von Grund auf die Bibel kennenlernen und verstehen. Es gibt also viel zu diskutieren und zu lesen und die Jugendlichen sind sehr interessiert am Wort Gottes.
Mit „Kinetic“ haben wir uns mittlerweile sogar schon zweimal getroffen, es ist erstaunlich wie viel die älteren Jugendlichen bruchstückhaft über die Bibel wissen, sich aber nie sicher sind, ob es wirklich stimmt. Der Kurs soll einerseits ihnen ein grundlegendes (sicheres) theologisches Wissen geben. Andererseits sollen sie von den Leitern in der Bibel lernen und verstehen, dass Gott auch nicht ganz perfekte Menschen für seine Pläne gebraucht. Auf diese Art und Weise werden diese Jugendmitarbeiter hoffentlich weiterhin in ihrer Arbeit und in ihrem Selbstvertrauen gestärkt.
Letzten Freitag haben Hendrik und ich, mit Hilfe von einem Jugendmitarbeiter den Kirchturm ausgemistet und neu geordnet. Ist jetzt richtig gemütlich und gibt den Jugendlichen eine Chance den Raum selbst zu gestalten.
Am Freitagabend war „Bonfirenight“. Eine Tradition hier. Ursprünglich erinnern sich die Briten an ein Ereignis im Jahre 1605, als eine Gruppe von Männern versuchten am 5. November das Parlament in die Luft zu sprengen, um die Katholiken von den Repressalien des Königs zu befreien. Ein Mann namens Guy Fawkes wurde dann am Abend des 5. Novembers geschnappt bevor er ihren Plan in die Tat umsetzen konnte. Er wurde gefoltert und ermordet und seither feierten die Leute das Überleben des Königs mit Schwedefeuern und Feuerwerken. Heute weiß man nicht mehr so genau warum die Leute Feuerwerke entzünden, aber es ist auf jeden Fall ein großes Event hier. Ich bin mit meiner „Gastschwester“ auf einen Hügel in der Nähe des Hauses, inmitten von Sheffield gegangen und die Aussicht war einfach überwältigend. Seht selbst

Viele Grüße
Julia
Ferienzeit = Planungszeit
Hi ihr,
Diese Woche sind Ferien in England, das heißt die meisten Gruppen finden erst wieder nächste Woche statt. Da würde man glatt meinen ich habe eine ruhige Woche. Naja es geht so, Hendrik und ich haben zwar nicht viel mit den Kindern und Jugendlichen gemacht, aber wir nutzten die Zeit um einige Dinge zu planen.
Zum Einen gibt es da einen Kurs für Jugendmitarbeiter, den wir zusammen mit ein paar älteren Jugendlichen machen wollen. Das Ganze nennt sich „Kinetic“ und ist grundsätzlich ein Buch mit verschiedenen Lehreinheiten über alle möglichen Dinge die wichtig für Jugendmitarbeiter sind. Wir treffen uns morgen zum ersten Mal, sehr aufregend alles.
Zum anderen ist da eine ziemlich große Gruppe von Jugendlichen (11-16 Jahre alt), die sich normalerweise sonntags während dem Gottesdienst trifft und auch oftmals freitag abends da ist. Die meisten wollen aber etwas mehr Zeit haben, um auf die unterschiedlichen Themen einzugehen usw. Deshalb treffen wir uns nun auch sonntagnachmittags für zwei Stunden – wird nun also ein richtiger Jugendkreis. Heute gehen wir außerdem alle zusammen ins Kino – „Africa United“ schauen. Mal sehen was sich da so alles ergibt.
Etwas was sich in den letzten Wochen auch gut entwickelt hat, ist, dass sich nun alle Jugendmitarbeiter einmal im Monat zu einem gemeinsamen Essen und anschließenden Gebeten für die Jugendlichen treffen. Das stärkt die Mitarbeiter und lässt so langsam alle mehr zu einem Team zusammen wachsen.
Womit Hendrik und ich auch viel Zeit verbracht haben, sind die Räumlichkeiten in der Kirche. Grundsätzlich stehen uns das komplette Gemeindehaus und der Kirchturm zur Verfügung. Und wie das immer so ist, hat man viel Material und wenig Ordnung. Wir werden also nächste Woche den Kirchturm in Angriff nehmen – ausräumen, putzen, neue Möbel aufstellen und alles wieder einräumen. Viel Arbeit, aber im Großen und Ganzen wichtig damit sich die Jugendlichen dort auch wohlfühlen können.
Viele Grüße und Gottes Segen.
Julia
P.S.: Bilder kommen auch bald noch.
“Eure” Frau in England
Hallo alle zusammen!
Ich bin Julia, 19 Jahre alt und ursprünglich aus dem schönen Ort Altenheim in der Nähe von Offenburg. Ich habe im April dieses Jahr mein Abi gemacht und bin jetzt für ein Jahr in Sheffield in England. Genauer gesagt bin ich als Praktikantin in der Christ Church in Pitsmoor, einem Stadtteil von Sheffield. Pitsmoor ist ein sehr multikultureller Teil der Stadt. Viele Menschen, die dort wohnen, kommen aus Afrika, Osteuropa und dem Mittleren Osten. Ein Großteil der Menschen sind deshalb auch Muslime was eine große Herausforderung für eine Kirche bedeutet. Die Kirchengemeinde selbst ist auch sehr multikulturell und engagiert sich sehr für Asylanten und Obdachlose. Meine Aufgabe beschränkt sich hauptsächlich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich versuche den Youth Worker Hendrik Klaver zu unterstützen, manch einer kennt ihn vielleicht vom BISS letztes Jahr. Wir haben ein paar regelmäßige Gruppen wie z.B. einen offenen Jugendtreff freitagabends wo Jugendliche sich zum Billard spielen, kickern und Xbox spielen treffen können. Sehr interessant, da so manchmal sogar Muslime in die Kirche kommen.
Außerdem sind einige Mitarbeiter der Kirche sehr in der Grundschule hier engagiert. Es gibt jeden Dienstag eine Assembly, die von Leuten aus der Kirche geführt wird. Das heißt die ganze Schule versammelt sich vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn in der Schulaula. Es wird jedes Mal über ein anderes Thema gesprochen oder ein Spiel zusammen gespielt. Die Kinder lernen so nach und nach einige christliche Werte kennen. Ich selbst habe in den letzten Wochen auch einige Tage in der 5. und 6. Klasse verbracht (sind in England noch in der Grundschule). Es war sehr interessant. Ich durfte die Lehrer im Unterricht unterstützen und den Kindern auch manchmal bei ihren Aufgaben helfen. Einige Schüler hier haben selbst in der 6. Klasse noch große Probleme mit dem Englischen, vor allem wenn es ums Schreiben geht. Das betrifft natürlich vor allem die Kinder aus „ausländischen“ Familien. Deshalb muss der Lehrer immer auf 4 bis 5 Schüler besonders eingehen. Da bietet sich natürlich eine gute Chance zu helfen.
Desweiteren sind Hendrik und ich zurzeit in einem Mitarbeiterteam von unterschiedlichen Kirchen aus Sheffield um ein Jugendmitarbeiterwochenende im November vorzubereiten. Es soll dazu da sein Jugendliche für die Mission in ihrer eigenen Stadt zu begeistern und vorzubereiten. Ich freu mich schon riesig auf das Wochenende.
Das wars erst einmal von mir.
Viele Grüße aus Sheffield.
Julia
SOS- unvergesslich und super prägend
Viele im CVJM Baden haben wahrscheinlich schon vom Jugendgottesdienst des Südens gehört. Der SOS findet ca. 8-mal im Jahr statt und wird von jungen Menschen für Jugendliche gemacht. Er wandert, jedes Mal an einen anderen Ort, sodass er möglichst viele verschiedene Vereine erreicht. Für etwas mehr als 3 Jahren war ich nun einer von denen, die im SOS-Team sind.
Ich war tätig in den verschiedensten Bereichen. So auch das Bistro-Team. Wir sorgten für das leibliche Wohl nach dem SOS und manchmal haben wir da sogar uns selbst übertroffen. Ich werde nie den SOS vergessen, als wir warmes und kaltes Buffet servierten und dabei so viele verschieden Gerichte zubereiteten, dass wir Gewürze aus der Nachbarschaft leihen mussten und eigentlich das ganze Team mit anpacken musste.
Und ich werde mich wohl auch immer wieder daran erinnern, wie ich versuchte für Jugendliche eine Fahrtmöglichkeit zu organisieren, damit sie zum SOS kommen können, denn nicht immer ist der SOS für alle gut zu erreichen.
Aber auch so werde ich mich an die vielen SOS` und das Team erinnern. Denn in den 3 Jahren wurde ich Teil einer genialen Gemeinschaft und habe dort viele Freunde gewonnen. Beim Team-Weekend, oder bei Ausflügen hatten wir jede Menge Spaß. Und noch dazu hat mich der SOS geprägt. Ich wuchs im Glauben und in meiner Persönlichkeit und letztendlich ist auch der SOS daran „schuld“, dass ich jetzt Theologie studieren werde.
Der SOS ist für mich deswegen etwas ganz besonderes. Ob als Teilnehmer oder im Team, man nimmt viel davon mit und ein Besuch lohnt sich immer!
Raphael Beil
CVJM Legelshurst









